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Israelischer Außenminister besucht Somaliland

Aktualisiert: vor 8 Stunden

Kurzmeldung vom Horn von Afrika


Nachdem Israel im Dezember 2025 als bislang einziger UN-Mitgliedstaat die zu Somalia gehörende autonome Region Somaliland als unabhängigen und souveränen Staat anerkannt hatte, trafen der israelische Außenminister Gideon Saar und Somalilands Präsident Abdirahman Mohamed Abdullahi am 6. Januar 2026 zusammen.


Saar überbrachte Abdullahi dabei eine offizielle Einladung von Ministerpräsident Netanjahu zu einem Besuch in Jerusalem und schrieb auf X, dass Israel bemüht sei, die Beziehungen zu Somaliland weiter zu fördern.


In seiner offiziellen Rede erklärte Saar, Somaliland sei, anders als Palästina, ein funktionierender und demokratischer Staat. Damit bekräftigte er die Position Netanjahus, der Tage zuvor Somalilands Recht auf Selbstbestimmung zitierte.


Somalia kritisiert den Besuch in Somaliland als Verstoß gegen die eigene Souveränität und als inakzeptable Einmischung in die inneren Angelegenheiten Somalias. Auch international sorgt Saars Besuch für Kritik, unter anderem in China, der Türkei, Saudi-Arabien und der Afrikanischen Union (AU).


Während Kritiker*innen und Analyst*innen vermuten, dass Israel strategische Interessen wie regionale Einflussnahme verfolgt, verteidigen die USA das Vorgehen Israels und werfen den Kritiker*innen Doppelmoral vor.


Internationale Kritik lässt sich in den Kontext von Verhandlungen zwischen Abdullahi und Israel einordnen. So gab Präsident Abdullahi kürzlich bekannt, dass Somaliland den sogenannten Abraham-Abkommen beitreten werde. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Normalisierungsverträgen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten (VAE, Bahrain, Marokko, Sudan), die von den USA vermittelt werden. Sie zielen darauf ab, diplomatische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Beziehungen zu normalisieren, ohne dass eine Lösung des Israel-Palästina-Konflikts gefunden wird.


Somalias Präsident Hassan Sheikh Mahmoud äußerte seine Sorge, dass Israel strategische Interessen verfolge und Palästinenser*innen aus Gaza nach Somaliland umsiedeln wolle. Offizielle Stellungnahmen der israelischen Regierung bestätigen dies jedoch nicht, sondern betonen, dass der Fokus auf der Stärkung von bilateralen Beziehungen mit Somaliland liege. Auch hat Somaliland trotz diplomatischer Verhandlungen weder die Errichtung israelischer Militärstützpunkte noch die Ansiedlung von Palästinenser*innen aus Gaza auf eigenem Staatsgebiet befürwortet.


Lee-Ann Steiger


Foto: © Abdulkadir Hiraabe, Pexels


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