Bau der Marokko-Nigeria-Pipeline beschlossen
- Ousman Basirou

- vor 3 Tagen
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Die Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) haben den Bau einer Gaspipeline gebilligt, die Nigeria mit Marokko verbinden wird. Diese Marokko-Nigeria-Pipeline ist auch als Afrika-Atlantik-Gaspipeline (AAGP) bekannt. Der Baubeginn ist für das Jahr 2028 geplant.

Die AAGP ist Teil von Marokkos Versuchen, eine bessere wirtschaftliche Anbindung an Westafrika zu erhalten und dabei den alten geopolitischen Rivalen Algerien zu umgehen. Konkret soll viel Naturgas aus dem Delta des Niger-Flusses in Nigeria die westafrikanische Küste entlang nach Marokko gepumpt werden, wo der Rohstoff anschließend nach Europa weitergeleitet werden soll. Die AAGP wird über 6.000 Kilometer lang sein und rund 25 Milliarden US-Dollar kosten.
Auf ihrem Weg vom Niger-Delta bis nach Marokko wird die AAGP insgesamt 14 afrikanische Länder durchqueren. Letztere sollen nicht nur Transitländer darstellen, sondern auch direkt von der neuen Pipeline profitieren: Sie dürfen Naturgas entnehmen und damit ihre Wärmekraftwerke betreiben, durch die sie mehr Strom als bisher für den Selbstverbrauch produzieren können. Dank der besseren Stromversorgung rechnen die westafrikanischen Staaten mit einer nachhaltigen Ankurbelung ihrer Wirtschaft. Vor allem wird das Gas benötigt, um eigenen Dünger herzustellen. Die Düngerpreise hatten seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 und nochmal durch den Iran-Krieg stark erhöht.
Die Afrika-Atlantik-Gaspipeline erhält über die Region Westafrika auch internationale Aufmerksamkeit. Die Europäische Union hofft, durch die AAGP leichter an Naturgas aus Afrika südlich der Sahara zu gelangen. Russland wiederum unterstützt die Pipeline, um neue Investitionsmöglichkeiten zu finden und gegen sich gerichtete westliche Sanktionen zu umgehen. Für China ist die Afrika-Atlantik-Pipeline ein Projekt, dass in die „Neue Seidenstraße“ integriert werden soll.




