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„Ein Rollstuhl gibt Hoffnung!“

1. Sept.
2 Min. Lesezeit

Die NGO BethanyKids leitet in Kenia ein Projekt, dass Rollstühle aus Bambus herstellt. Zielgruppe sind vor allem kenianische Kinder, die aufgrund einer Gehbeeinträchtigung nicht laufen können.


Ein Rollstuhlsymbol © Kakub-Pabis, Pexels_bearbeitet
Ein Rollstuhlsymbol © Kakub-Pabis, Pexels_bearbeitet

Kijabe liegt rund 50 Kilometer nordwestlich von Kenias Hauptstadt Nairobi. Der Ort erlangt derzeit in Kenia große Aufmerksamkeit, denn hier stellt eine Werkstatt unter Anleitung der NGO BethanyKids Rollstühle aus Bambus her. Diese neu entwickelte Art von Rollstühlen ist nicht nur einfacher zu bedienen als herkömmliche Modelle, sondern zeichnet sich auch durch ein geringeres Gewicht und einen höhere Robustheit aus. Dazu kommt ein unschlagbarer Preis: Während importierte klassische Rollstühle zwischen 350 und 620 US-Dollar kosten und damit für viele kenianische Familien schlicht unbezahlbar sind, kostet die Produktion des Bambus-Rollstuhls nur 77 US-Dollar. Der Grund: Bambus ist in Kenia in großen Mengen vorhanden und entsprechend günstig verfügbar. Die Idee zum Bambus-Rollstuhl hatte der Ingenieur Abel Hailegiorgis aus Äthiopien. Er gründete in seiner Heimat ein Sozialunternehmen, um Menschen mit kostengünstigen Rollstühlen aus Bambus versorgen zu können.


Laut BethanyKids ist nicht jeder Rollstuhl für jeden oder jede geeignet. Vielmehr müsse bei der Konstruktion eines Rollstuhls der jeweilige körperliche Zustand und die Umwelt der Nutzer*innen mit in Betracht gezogen werden. Kenia jedenfalls weist ein oft hügeliges und unzugängliches Gelände auf und die Rollstühle müssen an diese Bedingungen angepasst werden.


In Kenia leben laut dem Nationalrat für Menschen mit Beeinträchtigungen (NCPWD) bei einer Bevölkerung von etwa 57 Millionen zwischen 200.000 und 500.000 Menschen mit einer Gehbeeinträchtigung. Rollstühlen kommt eine wichtige Rolle zu, denn sie ermöglichen den Nutzer*innen die Wiedererlangung der Mobilität. So können Kinder wieder die Schule besuchen und Erwachsene eine Arbeit aufnehmen. Daher zieht Professorin Lubna Mazrui von der Kenyatta-Universität in Nairobi folgenden Schluss: „Ein Rollstuhl gibt Unabhängigkeit. Und Unabhängigkeit gibt Hoffnung“.


Die Produktion von Rollstühlen hinkt dem Bedarf in Kenia aber noch weit hinterher. Um diese Mobilitätslücke zu schließen, befürworten Expert*innen eine Finanzierungspartnerschaft zwischen staatlichen Stellen und privaten Unternehmen sowie den Ausbau der Rollstuhlproduktion in Kenia selbst. Der Bambus-Rollstuhl von BethanyKids könnte dafür ein erster Schritt sein.

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