(K)eine Grüne Revolution in Afrika?
Die Landwirtschaft in Afrika ist recht ineffizient, muss aber auf dem Kontinent eine wachsende Bevölkerung ernähren. Investitionen und Innovationen sind daher dringend nötig.

Afrika verfügt über sechsmal so viel landwirtschaftlich nutzbare Fläche wie Europa. Dennoch leiden dort laut der Welthungerhilfe rund 309 Millionen Menschen Hunger. Das liegt auch daran, weil die Landwirtschaft als zentraler ökonomischer Sektor Afrikas immer noch ineffizient arbeitet. Sie basiert vornehmlich auf kleinbäuerlichen Anbau und mittelgroßen agrarwirtschaftlichen Unternehmen. Ihnen stehen nicht genug hochwertiges Saatgut und Dünger zur Verfügung. Daher muss Afrika gut ein Viertel seines Getreides aus anderen Kontinenten einführen. Eine landwirtschaftliche Transformation ist also dringend nötig.
Seit 2006 bemühte sich die Bill & Melinda Gates-Stiftung, den Hunger in Afrika zu bekämpfen. Dazu rief sie die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) ins Leben. Die landwirtschaftlichen Erträge sollten durch den Einsatz neuen Saatgutes und Düngemitteln gesteigert werden. Eine Anfang September vorgelegte Studie bewertet AGRA aber als gescheitert. Ihr zufolge wurde in den 13 Projektländern weder die Landwirtschaft transformiert noch ging der Hunger zurück. Im Gegenteil wuchs die Zahl der Hungerleidenden von rund 94 Millionen auf fast 150 Millionen Menschen an. Expert*innen sehen das Scheitern in den geförderten kapitalintensiven Monokulturen begründet. Nur wohlhabende Bäuer*innen hätten mit der Entwicklung Schritt halten können, während die Masse der Kleinbäuer*innen ihr Land verloren habe und nun mit einer wachsenden Ernährungsunsicherheit konfrontiert sei.
Um eine Wende zum Besseren zu bewirken, eröffnete Ruandas Staatspräsident Paul Kagame am 31. August in Kigali das 20. Africa Food Systems Forum. Hieran nahmen mehr als 5.000 Delegierte aus über 50 Ländern teil. Ihr Ansatz: Die Landwirte müssten neue Geschäftsmodelle entwickeln, um für internationale Geldgeber interessant zu werden. Die afrikanischen Regierungen wiederum müssten sich an den Investitionen beteiligen, da Banken ansonsten das Risiko scheuen würden. Zudem müssten die Staaten Afrikas die Vermarktung von Saatgut neu regeln, denn der Verkauf von in einem Land zugelassenen Setzlingen in einem anderen sei nach wie vor schwierig.





