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Der Franc-CFA - ein aktuelles Relikt aus der Kolonialzeit

3. Sept.
2 Min. Lesezeit

Einige Länder in Afrika besitzen mit dem Franc-CFA eine gemeinsame Währung. Den Franc- CFA gibt es für zwei Wirtschaftszonen: den XOF in Westafrika und den XAF für Zentralafrika. 


Franc CFA-Zone: Westafrika (grün), Zentralafrika (rot) © Zeqeqdeqdqd, wikimedia commons, CC BY-SA 4.0
Franc CFA-Zone: Westafrika (grün), Zentralafrika (rot) © Zeqeqdeqdqd, wikimedia commons, CC BY-SA 4.0

Fast alle Länder, die den Franc-CFA benutzen, haben eines gemeinsam: eine französische Kolonialvergangenheit. Die beiden Ausnahmen sind das ehemals spanische Äquatorialguinea und Guinea-Bissau, vormals Portugiesisch-Guinea.


Der Franc-CFA besitzt einen festen Wechselkurs von 655,957 je Euro, vormals waren es 100 CFA- Francs zu einem französischen Franc. Eingeführt wurde der Franc-CFA während der Kolonialzeit, um die Abhängigkeit der Kolonien vom französischen Mutterland zu wahren. Nach der Unabhängigkeit vieler west- und zentralafrikanischer Staaten von Frankreich wollten ihre Regierungschefs die engen wirtschaftlichen Verbindungen zu Frankreich bewahren und behielten die Währung.


Für Frankreich liegen die Vorteile des Franc- CFA auf der Hand, denn es erhält durch ihn einen günstigen Zugang zum Markt und den Ressourcen der ehemaligen Kolonien. Für letztere ist der CFA durch seine Kopplung an den Euro ein Garant für eine stabile Währung und Wirtschaft. So kennt die CFA-Zone nur eine niedrige Inflation, weshalb ihr übrigens auch 1985 Äquatorialguinea und 1997 Guinea-Bissau beitraten. Gedruckt wird der Franc-CFA immer noch in Paris. Allerdings sind die Länder mit dem Franc-CFA auch direkt mit Problemen in Europa betroffen, wie etwa der Eurokrise 2008/09 oder der Inflation in Folge des Beginns des Ukrainekriegs seit 2022.


Viele Menschen in Afrika sehen im Franc-CFA als ein Relikt aus der Kolonialzeit und möchten ihn durch eine eigene Währung ersetzen. Guinea ist diesen Schritt bei seiner Unabhängigkeit gegangen, ohne aber den wirtschaftlichen Aufschwung wie die Franc-CFA-Länder Côte d’Ivoire und Senegal zu erleben. Die Zentralbank des westafrikanischen Francs befindet sich in Abidjan (Côte d’Ivoire), die des zentralafrikanischen in Jaunde (Kamerun). Côte d’Ivoire und Kamerun haben noch sehr starke wirtschaftliche und politische Verbindungen zu Frankreich.


Frankreich druckt auch weitere Währungen für eigene ehemalige Kolonien, wie etwa den Komoren-Franc und den Pazifischen Franc für einige der dortigen Überseegebiete.

 
 
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