Russisch- Orthodoxe Kirche in Afrika auf dem Vormarsch
- Aleksandar Abramović

- vor 5 Tagen
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Die Republik Kongo hat die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) auf ihrem Staatsgebiet offiziell zugelassen. Dieser Schritt wurde von der Orthodoxen Kirche Alexandriens (Ägypten) auf das schärfste kritisiert. Alexandrien betrachtet Afrika traditionell als sein Missionierungsgebiet.

Am Anfang des Streits um Afrika steht der Konflikt um die Ukraine: Im Jahr 2018 erkannte der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel (Istanbul) die Orthodoxe Kirche der Ukraine als von der ROK unabhängig an. Konstantinopel gilt innerhalb der orthodoxen Gesamtkirche als „Erster und Gleichen“ und nimmt einen zeremoniellen Vorrang ein. Dem Schritt folgte auch das Patriarchat von Alexandrien, während ihn die Russisch-Orthodoxe Kirche klar ablehnte.
Aus dem Kirchenstreit folgte der Versuch der ROK, in Afrika Fuß zu fassen und die Gläubigen dort auf ihre Seite zu ziehen. Es wurde ein eigener Bischof mit Verwaltungsapparat eingerichtet und die Anerkennung durch über 30 afrikanische Staaten eingeholt. Dazu lud die Russisch-Orthodoxe Kirche Priester und ihre Gemeinden zum Übertritt ein. Dem sind laut Schätzungen vom März 2026 etwa 40 Prozent der orthodoxen Gläubigen in Afrika gefolgt. In absoluten Zahlen sind das ca. 35.000 Menschen.
Westliche Beobachter*innen vermuten, die ROK handele im Auftrag der russischen Regierung um Präsident Wladimir Putin. Demnach wolle Russland über soft power in Afrika an Einfluss gewinnen, weil es wirtschaftlich nicht mit den westlichen Staaten und China mithalten könne. Die ROK weist diese Darstellung zurück und argumentiert, Afrika sei gar nicht die explizite Sphäre Alexandriens. So befänden sich seit dem 19. Jahrhundert russisch-orthodoxe Gemeinden auf dem Kontinent, vor allem in Äthiopien. Alexandrien hätte erst seit 1930 einen Alleinvertretungsanspruch erhoben.
Die christlich-orthodoxe Kirche ist vor allem im Osten und Südosten Europas beheimatet und dort in mehrere Nationalkirchen aufgeteilt, denen je ein Patriarch vorsteht. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus entwickelten sich die orthodoxen Kirchen in ihren jeweiligen Ländern wieder zu einer wichtigen gesellschaftlich-moralischen Größe. Allerdings sind die Kirchenführungen seit dem Mittelalter eng mit der Politik verzahnt.




