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Schließung der Flüchtlingslager Nduta und Nyarugusu

4. Aug.
2 Min. Lesezeit

Im April beziehungsweise im Juli wurden die beiden großen Flüchtlingscamps von Nduta und Nyarugusu (Tansania) geschlossen. Was aus den dort lebenden Menschen, vor allem Burundier*innen, wird, ist offen.


Frau in einem Flüchtlinglager mit Kindern © Safari Consoler, Pexels
Frau in einem Flüchtlinglager mit Kindern © Safari Consoler, Pexels

Im Nordwesten Tansanias befanden sich die beiden großen Flüchtlingslager Nduta und Nyarugusu. Hier lebten insgesamt mehr als 100.000 Menschen, vor allem Geflüchtete aus dem nahegelegenen Burundi. Laut einer Einigung zwischen Tansania, Burundi und dem UNHCR von November 2025 sollten die beiden Lager geschlossen und ihre Bewohner*innen auf freiwilliger Basis nach Burundi überführt werden. Allerdings ging Tansania dazu über, Schulen und Krankenhäuser in den Camps zu schließen und Unterkünfte großräumig abzureißen. Menschenrechtsorganisationen sahen dahinter den Versuch, gezielten Druck auf die Geflüchteten auszuüben, um sie zur Rückkehr nach Burundi zu veranlassen. Am 30. April wurde Nduta ganz geschlossen, Mitte Juli folgte auch Nyarugusu.


Wer in Nduta und Nyarugusu lebte, floh in der Regel im Jahr 2015 vor politischer Verfolgung in Burundi. Sie war vom damaligen Staatspräsidenten Pierre Nkurunziza ausgelöst worden, der sich zu seiner dritten Wiederwahl gestellt hatte. Infolgedessen kam es zu schweren Übergriffen von Sicherheitskräften und dem Jugendflügel der regierenden CNDD-FDD gegen echte und vermeintlich Andersdenkende. Rund 400.000 Burundier*innen flohen außer Landes. Nach Nkurunzizas Tod im Jahr 2020 wurde der ihm nahestehende Politiker Évariste Ndayishimiye sein Nachfolger. Er regiert Burundi zusammen mit der CNDD-FDD noch heute. Viele Geflüchtete, vor allem Oppositionsmitglieder und Menschenrechtsaktivist*innen, fürchten, nach einer Rückkehr in ihrer Heimat erneut verfolgt zu werden.


Tansania verfolgt seit den 1990er Jahren einen restriktiven Kurs in der Flüchtlingspolitik. Im Jahr 2018 wurde Geflüchteten in den Lagern eine Arbeitsaufnahme erheblich erschwert und Bildungsprogramme an eine freiwillige Rückkehr nach Burundi geknüpft. Die Regierung in der Hauptstadt Dodoma macht die Geflüchteten für ein Ansteigen der Kriminalität und die Zerstörung von Gemeindeland verantwortlich. Auch argumentiert sie, dass der Zustrom so vieler Menschen Tansania vor erhebliche Herausforderungen stelle.


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