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Tansania weiht Mega-Staudamm ein

25. Aug.
2 Min. Lesezeit

Vor wenigen Tagen weihte Tansania das Julius-Nyerere-Wasserkraftprojekt ein. Es ist Teil einer Strategie, die Tansania industrialisieren und auf dem afrikanischen Energiemarkt nachhaltig positionieren soll.


Staudamm (Symbolbild) © Tejj, Unsplash
Staudamm (Symbolbild) © Tejj, Unsplash

Am 22. August weihte die tansanische Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan feierlich das Julius-Nyerere-Wasserkraftprojekt (JNHPP) am Fluss Rufiji ein. Es besteht aus einem Staudamm und einem Wasserkraftwerk und kostete fast drei Milliarden US-Dollar. Die Kapazität des JNHPP liegt bei über 2.000 Megawatt, wodurch sich die Fähigkeit Tansanias zur Stromerzeugung mehr als verdoppelte. Bis 2030 soll die nationale Stromerzeugung auf rund 8.000 Megawatt gesteigert werden.


Bis zum Jahr 2050 möchte die tansanische Regierung die Energieproduktion ihres Landes sogar auf bis zu 70.000 Megawatt steigern. Ziel dieser erheblichen Ausweitung der nationalen Stromerzeugung ist es einerseits, die heimische Wirtschaft bis zum Jahr 2050 nachhaltig zu industrialisieren. Dazu sollen auch alle Wirtschaftszentren und Haushalte im Land an das Stromnetz angeschlossen werden.


Andererseits soll Tansania zum Energieexporteur aufsteigen. So entstand durch das JNHPP ein Stromüberschuss, der nach Sambia ausgeführt werden soll. Dazu ist der Bau der Verbindungsleitung zwischen Tansania und Sambia von überregionaler Bedeutung: Sie wird die Energiemärkte des nordöstlichen Afrika mit denen des südlichen Kontinents verbinden.


Aktuell erzeugt Tansania seinen Energiemix zu 60 Prozent aus Wasserkraft und zu 28 Prozent aus Naturgas. Hinzu kommen sechs Prozent Erdöl, ein Prozent Kohle, drei Prozent Biomasse und eineinhalb Prozent Sonnenenergie. Der Anteil der Windenergie ist noch verschwindend gering.


Die Idee für den Bau des Staudamms am Rufiji geht bis auf die Kolonialzeit zurück. Tansanias erster Präsident Julius Nyerere nahm die Idee nach der Unabhängigkeit 1961 wieder auf. Finanzierungsprobleme und sich wandelnde nationale Interessen Tansanias legten das Projekt aber für Jahrzehnte aufs Eis. 2019 begann schließlich der Bau des JNHPP, der im März 2025 abgeschlossen wurde. Ausgeführt wurde der Bau von einem ägyptischen Konsortium, weshalb das Wasserkraftprojekt als gelungenes Beispiel für die Süd-Süd-Kooperation gilt. Der Staudamm ist der viertgrößte in Afrika und der neuntgrößte weltweit.

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