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Terrorismus im Sahel und die westliche Berichterstattung

Der terroristische Angriff in Mali vom 25. April hat in der aus Mali, Niger und Burkina Faso gebildeten Allianz der Sahelstaaten (AES) große Bestürzung ausgelöst. Zugleich entstand in den drei Ländern eine neue Debatte über die Berichterstattung westlicher Medien.


Westliche Medien (Symbolbild) © Lisa from Pexels, Pexels
Westliche Medien (Symbolbild) © Lisa from Pexels, Pexels

Ein anonym bleiben wollender Professor der Joseph Ki-Zerbo- Universität in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou kritisiert die aus seiner Sicht doppelten Standards westlicher Medien. Diese bezeichneten die AES-Regierungen regelmäßig als „Putschregime“, während sie kaum über die Tötung malischer Soldaten oder politischer Verantwortlicher sprechen würden. Werden hingegen Terroristen bei Militäreinsätzen getötet, dominieren Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen.


Auch Dr. Amado Kaboré, ebenfalls von der Joseph Ki-Zerbo Universität, beschreibt die Stimmung in den drei AES-Ländern als gegenüber westlichen Medien von Wut und Misstrauen geprägt. Hier werden deren Berichterstattung zunehmend boykottiert und Informationen verbreiten sich stattdessen vor allem über soziale Netzwerke wie TikTok, Facebook oder Instagram.


Der an den Universitäten in Ouagadougou und Frankfurt am Main forschende Doktorand Épiphane Somé bezichtigt die europäischen Medien der gezielten Überinszenierung. Hier liege der Focus häufig auf Propagandavideos der Terrorgruppen und auf Kritik an der Zusammenarbeit Malis mit Russland und dem russischen Afrikakorps. Gleichzeitig werde ausgeblendet, dass unter französischer Führung stehende internationale Militärmissionen zwischen 2012 und 2022 den Terrorismus ebenfalls nicht hatten dauerhaft eindämmen können.


Diese Stellungnahmen der Wissenschaftler findet in der Berichterstattung des „Spiegel“ vom 10. Juli seine Bestätigung. Das Nachrichtenmagazin verweist in seinem Artikel „In Mali jagen die Rebellen wieder russische Söldner“ auf Angriffe der Rebellengruppe Befreiungsfront von Azawad (FLA) auf das Afrikakorps und das malische Militär – die beide als Erzrivalen Frankreichs beziehungsweise des Westens in der Sahelregion gelten. Der „Spiegel“ setzt fast nie den Akzent auf die Erfolge der Militärregierungen.


Die Wahrnehmung in der Sahelzone unterscheidet sich stark von der in Europa. Während dessen Medien vor allem Demokratie, Menschenrechte, geopolitische Risiken und Erfolge der Rebellengruppen betonen, steht für viele Menschen in der AES die staatliche Souveränität und die Doppelmoral westlicher Medien im Mittelpunkt.

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