Wie Spiele aus Afrika den Weltmarkt erobern
- Ronny Thon

- 9. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Videospiele aus Afrika erscheinen immer häufiger auf dem globalen Videospielmarkt. Seit den 1990ern Jahren etablierten sich unabhängige Entwicklerfirmen und bereichern so die Szene. Vor allem Südafrika hat einige erfolgreiche Beispiele vorzuweisen. Mit dem frechen „Toxic Bunny“ landete „Celestial Games“ aus Johannesburg bereits 1996 einen großen Hit. Doch auch abseits davon lassen sich aktuell erfolgreiche Beispiele finden.

Beispielsweise konzentriert sich „DigitalMania“ aus Tunesien auf unterhaltsame Spiele für Handy und VR-Systeme. Einen starken Fokus auf die äthiopische Kultur setzen derweil „Qene Games“, deren Erzeugnisse bereits mehrere Preise innerhalb des Kontinents erhielten. Ambitioniert ist auch das aktuelle Projekt von „Leti Arts“ aus Ghana. Für dieses Jahr ist „Karmzah“ geplant. Darin spielt man eine gehbeeinträchtigte Archäologin, die zur Superheldin wird. All diesen Studios ist gemein, dass sie auf Vorurteile verzichten und BIPoC als Spielfiguren wählen.
Dies ist auch bei „Relooted“ der Fall. Verfügbar als Download erscheint es für PC und Xbox Series X. Produziert wurde es vom 2016 in Johannesburg gegründeten „Nyamakop“. Das aktuelle Werk behandelt die Rückgabe im Kolonialismus geraubter Artefakte. Im Jahr 2099 unterstützt die Parkour-Sportlerin Nomali ihre Familienmitglieder bei deren Vorhaben, besagte Kulturgüter aus westlichen Einrichtungen zu stehlen, damit diese ihren rechtmäßigen Ursprungsvölkern zurückgegeben werden können. Einige gezeigte Szenarien, Technologien und auch die Looks der Figuren sind vom Afrofuturismus beeinflusst. Auch im Soundtrack sind Instrumente aus dem südlichen Afrika zu vernehmen.
Das Gameplay besteht aus Abschnitten in 2D, in denen die Spielfigur ihre Fähigkeiten einsetzt, Hindernisse und Sicherheitssysteme zu überwinden. Im Vorfeld muss man zusätzlich die Operationen planen und sogar neue Teammitglieder rekrutieren. So wird ein Heist-Szenario (genau geplante Raubzüge) vermittelt, in dem es jedoch nie darum geht, sich zu bereichern, sondern eher für Gerechtigkeit zu sorgen. „Relooted“ hat bereits weltweit Aufmerksamkeit erhalten, und es ist zu hoffen, dass die Thematik auch Personen anspricht, denen es bislang fremd war.



