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ECOWAS und AES: Eine neue Zusammenarbeit in Westafrika?

Am 18. April erlebte Lomé, die Hauptstadt Togos, ein wichtiges Treffen: Vertreter*innen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) trafen mit Diplomat*innen aus der Allianz der Sahelstaaten (AES) zusammen. Togo versucht, die beiden Bündnisse wieder aneinander heranzuführen.


Flagge Togos, des Vermittlers zwischen ECOWAS und AES © Clément GADO, Pexels
Flagge Togos, des Vermittlers zwischen ECOWAS und AES © Clément GADO, Pexels

Bis Anfang der 2020er Jahre gehörten alle westafrikanischen Staaten der von Nigeria geführten ECOWAS an. Dann putschten sich in Mali, Burkina Faso und Niger Militärs an die Macht, was von der ECOWAS verurteilt wurde. Die Wirtschaftsgemeinschaft schloss auch ihre Häfen für den Handelsverkehr der drei Putschstaaten. Letztere traten daraufhin aus der ECOWAS aus und gründeten die Allianz der Sahelstaaten (AES). Die AES war von Beginn an mit dem im Sahel um sich greifenden islamistischen Aufstand konfrontiert, der aktuell die malische Militärregierung existenziell bedroht. Für die AES-Mitglieder ein guter Grund, sich wieder an die ECOWAS anzulehnen, um von dort Unterstützung gegen die Dschihadisten zu erhalten. Umgekehrt hat auch die ECOWAS ein großes Interesse an Stabilität im Sahel, denn der Aufstand der Islamisten könnte auf die westafrikanischen Küstenstaaten ausgreifen.


Es ist kein Zufall, dass Togo die Annäherung zwischen AES und ECOWAS vermittelt. Das Land hat vor geraumer Zeit seinen wichtigen Hafen von Lomé für die drei Sahelstaaten geöffnet und entwickelte sich dadurch zum Schnittpunkt zwischen ihnen und der ECOWAS. Nun möchte Togo den Islamismus eindämmen und sein diplomatisches Gewicht innerhalb Westafrikas stärken. Die togolesische Roadmap wurde bereits von den AES-Staaten begrüßt. Sie sieht eine wirtschaftliche Reintegration zwischen der ECOWAS und AES vor, die letzteren wieder einen breiten Zugang zu den westafrikanischen Atlantikhäfen verschaffen soll. Darüber hinaus ist ein gemeinsames Vorgehen gegen den Dschihadismus vorgesehen. Das schließt nicht nur militärische Komponenten ein, sondern auch soziale Maßnahmen wie in das Bildungs- und Gesundheitswesen und die lokale Wirtschaft im Sahel. Durch diese innerafrikanische Entwicklungszusammenarbeit soll dem Islamismus der soziale Nährboden entzogen werden.

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