Folge des Iran-Kriegs: Der Tschad setzt auf „grüne Kohle“
- Aleksandar Abramović

- vor 4 Tagen
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Der Tschad liegt in der Sahelzone, dem trockenen Übergangsgebiet zwischen der Wüste Sahara und der Feuchtsavanne West- und Zentralafrikas. Traditionell gewinnt der Tschad seine Energie aus Holzkohle, für die aber Bäume gefällt werden müssen. Bei einer wachsenden Bevölkerung liegt das Problem auf der Hand: Seit den 1970er Jahren ist der tschadische Waldbestand um über 90 Prozent zurückgegangen. Ein großes ökologisches Problem. Zur Abhilfe setzt die Regierung daher auf „grüne Kohle“, die aus biologischen Abfällen gewonnen wird. „Grüne Kohle“ hat noch weitere Vorteile außer dem Schutz des Waldes: Ein Kilogramm „grüner Kohle“ wiegt sechs Kilogramm Holzkohle auf und sie brennt dreimal länger als die traditionelle Form der Energiegewinnung. Zudem ist „grüne Kohle“ deutlich erschwinglicher als Holzkohle, was sie aus Sicht der tschadischen Regierung zu einer energetischen Zukunftsquelle macht. In der Tat ist „grüne Kohle“ für viele Haushalte mit niedrigem Einkommen, von denen es im Tschad viele gibt, eine finanziell attraktive Alternative zur Holzkohle. Der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus sorgen für einen neuen Schub bei der Gewinnung der „grünen Kohle“, denn Tschad kann nun kaum mehr Öl und Gas vom Persischen Golf importieren, während die Nachfrage nach Energie im Land wächst.
„Grüne Kohle“ besteht aus Briketts, die äußerlich der Holzkohle ähneln. Zur Gewinnung der „grünen Kohle“ werden im Tschad Hirse, Sesam und Palmblätter verwendet und ihnen Gummi arabicum und Ton zugesetzt. „Grüne Kohle“ findet aber auch außerhalb des Tschad Verwendung, etwa in Deutschland, wo diese Form der grünen Energie in Kraftwerken zunehmend die besonders klimaschädliche Braunkohle ersetzt. Generell ließen sich Pflanzen extra für die Energiegewinnung anbauen, das würde aber neue umweltschädliche Monokulturen erzeugen. Daher ist es laut Expert*innen besser, von der Landwirtschaft erzeugte Biomasse für die Energiegewinnung zu nutzen.




