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Mauretaniens harte Hand gegen Migrant*innen

Menschen in Mauretanien (Symbolbild) © Ben Khatry, Pexels
Menschen in Mauretanien (Symbolbild) © Ben Khatry, Pexels

Mauretanien und die Europäische Union arbeiten in der Migrationspolitik eng zusammen. Konkret soll das nordafrikanische Land verhindern, dass afrikanische Migrant*innen auf die nahe gelegenen und zur EU gehörenden Kanarischen Inseln gelangen. Gleichzeitig schiebt Mauretanien Migrant*innen nun massenhaft nach Mali und Senegal ab.


Mauretaniens Küste ist für viele Migrant*innen das Sprungbrett zu den Kanaren und damit in die EU. Letztere möchte den Migrant*innen diese Möglichkeit nehmen und wünscht, Mauretanien solle das Ablegen von Booten von seiner Küste verhindern. Dabei soll die mauretanische Küstenwache eng mit der EU-Grenzschutzbehörde Frontex zusammenarbeiten. Im Gegenzug erhält Mauretanien umfangreiche EU-Wirtschaftshilfen.


Mauretaniens Regierung fängt aber nicht nur Boote vor der eigenen Küste ab, sondern schiebt Migrant*innen auch in großem Stil aus dem eigenen Land ab. Der Grund dafür: Die gesellschaftlich den Ton angebenden arabisch-berberischen Mauren befürchten, ihre Vorherrschaft könnte durch zu viele Migrant*innen herausgefordert werden. Die sozial unter den Mauren stehenden Schwarzen Mauretaniens wiederum sehen in den Migrant*innen eine lästige Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.


Dabei geht Mauretanien offenbar rigoros vor. Human Rights Watch (HRW) beziffert die Zahl der im ersten Halbjahr 2025 Abgeschobenen auf 28.000 Menschen. Sie werden bei Polizeirazzien verhaftet und ohne Gerichtsverhandlung zur Grenze deportiert. Viele Migrant*innen haben einen legalen Aufenthaltstitel in Mauretanien beantragt. Er wurde ihnen jedoch verweigert, um sie leichter abschieben zu können. UN-Experten bezweifeln, dass die Abschiebungen von Migrant*innen durch Mauretanien mit dem internationalen Flüchtlingsrecht vereinbar sind.


Mauretanische Unternehmer fordern, die Abschiebungen einzustellen, da es sich bei den Migrant*innen um für sie wertvolle Arbeitskräfte handele. In der Tat werden migrantische Personen vor allem in der Fischerei, dem Bergbau und im Baugewerbe eingesetzt. Die EU wiederum betont, ihre Migrationspolitik stünde im Einklang mit den Rechten und der Würde der Migrant*innen.

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