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Ghana erhöht Lizenzgebühren im Goldbergbau

Gold ist ein wichtiges Exportprodukt Afrikas, so auch in Ghana. Das westafrikanische Land nahm im Jahr 2025 rund 21 Milliarden US-Dollar aus dem Goldgeschäft ein. In Ghana befindet sich der Goldabbau aber in der Hand internationaler Konzerne. Diese Unternehmen streichen daher auch den Löwenanteil des Gewinns aus diesem Geschäft ein. Die ghanaische Regierung in der Hauptstadt Accra möchte nun aber ihrem Land einen größeren Anteil an der Wertschöpfung mit Gold verschaffen und hat daher neue und gestaffelte Lizenzgebühren im Bergbau eingeführt. Sie liegen mit bis zu zwölf Prozent deutlich höher als die bisherigen pauschalen Gebühren von fünf Prozent. Anlass dieser Neuregelung war der auf den Weltmärkten zuletzt stark gestiegene Goldpreis, der nun bei über 5.000 US-Dollar pro Unze liegt. Ein historisches Hoch. Ghana möchte die erhofften Mehreinnahmen in die nationale Infrastruktur sowie ins Bildungs- und Gesundheitssystem investieren.


Mann im Kleinbergbau © Chris Wade Ntezicimpa, Pexels (zugeschnitten)
Mann im Kleinbergbau © Chris Wade Ntezicimpa, Pexels (zugeschnitten)

Die von der Gebührenerhöhung betroffenen Konzerne laufen gegen die Neuregelung Sturm und erklären, sie würde internationale Investoren verschrecken und Ghana damit schaden. Insbesondere der Bergbau würde sich von Ghana auf die Nachbarländer Côte d´Ivoire, Mali und Guinea verlagern. Auch die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien, die USA und China verurteilten die neuen Lizenzgebühren in einer gemeinsamen Erklärung. Ghanas Regierung hält dennoch an den neuen Gebühren fest und weiß dabei ihre Bevölkerung hinter sich. Sie ist der Meinung, die Zeit sei gekommen, da Ghana einen fairen Anteil an der Wertschöpfung mit Gold einfordern müsse.


In Ghana sind aber nicht nur internationalen Konzerne im Bergbau aktiv. Neben ihnen arbeiten rund eine Million Ghanaer*innen auf eigene Rechnung in dem Sektor und erhoffen sich von ihrer Tätigkeit schnellen Wohlstand für ihre Familien. Gesetzlich sind sie dazu verpflichtet, an den Staat Steuern abzuführen. Diese Regelung wird aber allermeistens unterlaufen und die ghanaische Regierung kann den Kleinbergbau kaum regulieren. Die Arbeitsbedingungen dieses „Galamsey Mining“ sind indessen sehr prekär, da gesundheitsgefährdend und umweltschädlich.


Aktuell halten die Nationalbanken des afrikanischen Kontinents nur zwei Prozent der weltweiten Goldreserven, obwohl in keinem Kontinent so viel des Minerals abgebaut wird wie in Afrika. Das Problem: Es wird im Rohzustand exportiert und im „Globalen Norden“ veredelt. Die dortigen Staaten behalten das Gold dann als Währungsreserve zurück und verschaffen sich damit monetäre Autonomie. Afrikanische Expert*innen fordern daher, dass Afrika eigene Raffinerien errichten soll, wo das abgebaute Gold zu Feingold weiterverarbeitet werden soll..

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