Kwibuka: Ruanda gedenkt dem Genozid von 1994
- Aleksandar Abramović

- 23. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

1994 war das Jahr des Völkermordes in Ruanda. Ab dem 7. April massakrierten Hutu-Extremist*innen die ethnische Minderheit der Tutsi sowie moderate Hutu, die sich an dieser Tat nicht beteiligen wollten. Die Zahl der innerhalb von drei Monaten Getöteten wird auf etwa eine Million Menschen geschätzt. Seit dem Jahr 2005 gedenkt die internationale Gemeinschaft sowie Ruanda an jedem 7. April dem Genozid. Anschließend folgt ein einhunderttägiges Reflektieren, das auch als Kwibuka bekannt ist. Dieser Begriff bezeichnet auf der in Ruanda gesprochenen Sprache, dem Kinyarwanda, das sich Erinnern.
In Ruanda wird Kwibuka mit der Entzündung der „Flamme der Hoffnung“ eingeleitet. Diese Ehre wird dem ruandischen Staatspräsidenten Paul Kagame zu Teil, der dabei auch traditionell eine Rede hält. In diesem Jahr ging er auf die Rolle der Überlebenden des Genozids ein und nannte sie das moralische Fundament der ruandischen Nation und das Zentrum von deren Identität. Er rief die Überlebenden dazu auf, weiter von ihren Erlebnissen zu berichten, damit künftige Generationen das ganze Ausmaß des Völkermordes verstehen können. Zudem würde die Erinnerung, so schmerzhaft sie auch sei, einen kollektiven Heilungsprozess anstoßen. Laut Angaben von Kagame befinden sich rund 1.000 Täter*innen von 1994 weiter außerhalb Ruandas auf der Flucht.
Neben Ruanda gedenkt auch die UNO dem Völkermord von 1994. Die Organisation und ihre Mitgliedsstaaten hatten damals Warnungen vor einem Völkermord in den Wind geschlagen und auch nicht reagiert, nachdem der Genozid begonnen hatte. Dafür entschuldigte sich UN-Generalsekretär Antonio Guterres in seiner in Kigali verlesenen Grußbotschaft. Die UNESCO hält durch ein Bildungsprogramm die Erinnerung an den Genozid in Ruanda wach. Es geht auf die Ursachen, die Dynamik und die Konsequenzen des Verbrechens ein. Dadurch soll international die Widerstandsfähigkeit gegen alle Formen von Diskriminierung erhöht werden.




