Umbenennung der M-Straße in Köln
- Joanna Peprah

- 12. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Feb.

Am 21. November 2025 wurde in der Kölner Innenstadt die ehemaligen „M-Straße“ in Gregorius-Maurus- Straße umbenannt. Köln folgt damit dem Vorbild Berlins. Der Umbennenungsprozess dauerte insgesamt fünf Jahre und ist das Ergebnis der kontinuierlichen und unermüdlichen Arbeit verschiedener Schwarzer Communitys, politischer Verbündeter sowie des „Expert*innengremiums (Post)koloniales Erbe Kölns“.
Der neue Straßenname erinnert an Gregorius Maurus, einen in Köln stationierten Offizier der Thebäischen Legion im 3./4. Jahrhundert, einen Schwarzen Mann und katholischen Heiligen. Die Benennung versteht sich zugleich als Akt der würdigen Sichtbarmachung Schwarzer christlicher Überlieferung und Schwarzer Präsenz in Köln, die lange Zeit marginalisiert oder unsichtbar gemacht wurde.
Die ehemalige M-Straße liegt in einem stark katholisch geprägten Viertel. Die alte Bezeichnung entstand im Jahr 1845 und sollte angeblich den Heiligen Gregorius Maurus ehren, dessen Reliquienbüste sich im Gereonsviertel befindet. Zu dieser Zeit war Europa bereits tief in den Kolonialismus verstrickt. Auch wenn Deutschland noch keine formalen Kolonien besaß, waren rassistische Hierarchien, die Entmenschlichung Schwarzer Menschen und koloniale Denkweisen längst Teil gesellschaftlicher Normalität.
Zum Auftakt der Veranstaltung wurde das frühere Straßenschild symbolisch abgenommen und dem Stadtmuseum übergeben. Anschließend kamen Besucher*innen im NS-Dokumentationszentrum zu einer Informations- und Austauschveranstaltung zusammen. Bei Musik, in Redebeiträgen und Gesprächen wurde thematisiert, warum die Umbenennung kolonial belasteter Straßennamen notwendig ist und welche Bedeutung solche Schritte für ein respektvolles, vielfältiges und inklusives Stadtbild haben. Die Veranstaltung wurde von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e. V. (ISD), Ortsgruppe Köln, organisiert und fand in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln statt. Unterstützt wurde sie vom Afrika Film Festival Köln.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Umbenennung der Gregorius-Maurus-Straße kein rein symbolischer Akt ist. Vielmehr ist sie Teil eines fortlaufenden Prozesses, in dem sich Köln zunehmend mit seiner Geschichte auseinandersetzt und Vielfalt als selbstverständlichen Bestandteil der städtischen Identität anerkennen möchte.




