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Wie sich der Iran-Krieg auf Afrika auswirkt


Afrika und der Iran-Krieg (Symbolbild) © Saifee Art, Pexels
Afrika und der Iran-Krieg (Symbolbild) © Saifee Art, Pexels

Der Iran-Krieg schlägt ein großes Loch in die internationale Energieversorgung. Um diesen Ausfall zumindest teilweise zu beheben, bietet sich den Industriestaaten ein Import von Erdöl aus Afrika an. Gegenwärtig produziert Afrika acht Millionen Barrel Öl pro Tag. Zum Vergleich: Vor dem Iran-Krieg passierten täglich Schiffe mit rund 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormuz. Afrika wartet mit einer bekannten Erdölreserve von 125 Milliarden Barrel auf. Das sind fast acht Prozent der weltweit bekannten Ölvorräte. Für Afrikas Ölproduzenten ist der Krieg am Golf damit eine Chance, sich langfristig besser im internationalen Ölhandel zu positionieren. Zumindest, wenn der Krieg länger andauern oder die internationalen Mineralölkonzerne eine künftige Eskalation am Persischen Golf befürchten sollten. Unklar ist aber, inwieweit Afrika seine Ölproduktion kurzfristig steigern kann, um einen akuten Ölmangel auf den Weltmärkten zu verhindern. Bei den afrikanischen Ölproduzenten handelt es sich um die Republik Kongo, Gabun, Äquatorialguinea, Nigeria, Libyen und Algerien.


Die meisten afrikanischen Länder besitzen aber keine Ölquellen und die aktuell steigenden Energiepreise erhöhen die Importkosten für Benzin und lassen die Lebenshaltungskosten steigen, was die Währungsreserven auffrisst. Zugleich sind die Rücküberweisungen bedroht, die afrikanische Arbeitnehmer*innen am Persischen Golf nach Afrika zahlen, denn ihre Arbeitsplätze könnten durch den Iran-Krieg in Mitleidenschaft gezogen werden. Für viele afrikanische Länder sind die Rücküberweisungen wichtiger als internationale Direktinvestitionen und Entwicklungszusammenarbeit. Speziell Ägypten sieht sich mit einem potenziellen Finanzkollaps konfrontiert. Der Grund: Die Möglichkeit von Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf die Schifffahrt im Roten Meer lässt die Transitgebühren des Suezkanals massiv einbrechen. Viele Schiffe werden von den Reedereien um das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet. Als ausgemacht gilt, dass die afrikanischen Länder ihre wirtschaftliche Strategie ändern und neue Bezugsquellen bei Nahrungsmitteln sowie Energie finden müssen.

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